Verein
Studentenhütte
Fletschhorn
Die Fletschhornhütte
ein Ort, wo Du Dich wohlfühlst
Meldung 10-07-2020:
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Nachrichten vom 10. Juli 2020
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Natur

einsam und karg Landschaft und Natur um die Fletschhornhütte sind einsam und karg, aber eindrücklich. Die doch eher langen und abgelegenen Zustiegsrouten zur Hütte fordern ihre Zeit. Gerade dies macht einen Aufenthalt zu einem ganz anderen Erlebnis als ein Besuch von stark besuchten Gegenden und grossen Hütten. Wenn plötzlich Lärm, andere Gebäude, Strassen, Lichter, Bergbahnen, Wegweiser und Touristenscharen fehlen, treten dafür Gletscher, Felsen, Bäche, Geräusche der Natur, der nächtliche Sternenhimmel, Pflanzen und Tiere viel stärker in unser Bewusstsein!
Silikatschuttflur Der Typ der Alpinen Silikatschuttflur beschreibt den ökologischen Lebensraum in der Region der Fletschhornhütte. In der Schweiz werden nach R. Delarze & Y. Gonseth 8 Lebensraumeinheiten definiert, denen insgesamt 235 unterschiedliche Lebensraumtypen zugeordnet werden. Einer davon, die Alpinen Silikatschuttflur , beschreibt denjenigen der Fletschhorn-hütte.
Im Rahmen der Ausbildung an der ZFH Wädenswil zum Bachelor of Science in Umweltingenieurwesen wurde die Bestimmung des ökologischen Lebensraum im Gebiet der Fletschhornhütte von Andrea Oelhafen 2011 als Semesterarbeit gewählt: http://www.lebensraeume.unr.ch/LRdaten/PDF/E742DD55-8579-48C3-BD9A-58A6B4753E57.pdf
Gesteine und Gletscher Geologisch gehört das Gebiet zur Siviez-Mischabel-Decke. Das Gestein besteht zum grössten Teil aus Gneisen und Schiefern, die teilweise recht brüchig sind. Ab und zu kann man noch Granite oder marmorartige Überreste finden.
In den letzten Jahren ist ein beängstigender Schwund der früher sehr viel grösseren Gletscher zu beobachten. Immer häufiger apert der sich ins Nanztal erstreckende Gamsagletscher schon früh in der Saison aus. Die steileren und schneefreien Partien des Gletschers werden dann vorteilhaft mit Steigeisen bestiegen. Die Grenze der Permafrost-Zone verschiebt sich zunehmend in höhere Lagen, destabilisiert das lockere Gestein und bringt Felsen und Moränenschutt ins Rutschen. Steinschlag ist die Folge und macht exponierte Stellen - auf früher gut gesicherten Routen - gefährlich.
Alpwirtschaft Auf der Alp Siwiboden weiden in der kurzen Sommerzeit oftmals schwarze Eringerkühe. Auf der höher gelegenen Mattwaldalpa sind Schafherden unterwegs, die von einem Hirten oder einer Hirtin betreut werden. Oft trifft man das Walliser Schwarznasenschaf an. Charakteristisch sind die schwarzen Partien an Nase, Augen, Ohren, Vorderknien, Sprunggelenkknöcheln und Füßen im ansonsten weißen Fell. Beide (!) Geschlechter bilden gedrehte Hörner aus. Die Walliser Schwarznasenschafe sind hervorragend an die Lebensbedingungen im kargen Hochgebirge angepasst. Sie sind standorttreu und genügsam, sind gute Kletterer und beweiden selbst steile, steinige Hänge. Ab und zu steigen die Schafe bis gegen 3000 m auf.
Suonen sind z.T. Jahrhunderte alte Bewässerungskanäle im Kanton Wallis. Diese Wasserleitungen bestehen aus offenen Gräben, die das kostbare Wasser von den Gebirgsbächen - zum Teil auf abenteuerliche Art - auf die trockenen Weiden und Äcker, in die Weinberge, Obst- und Gemüsegärten bringen. Der Mattwaldgletscher versorgte früher eine ganze Reihe von Suonen. Einige führen auch heute noch Wasser und werden vom Mattwaldbach auf 2650 m. gespiesen. Die «Finileri» verläuft parallel zur «Gsponeri», die beiden Suonen fliessen auf einem Teilstück sogar im gleichen Bett, und vereinigen sich dann bei Chlebode mit der «Oberriederi». Beim Aufstieg über die Mattwaldalpa quert man wasserführende und still-gelegte Suonen der Reihe nach.
Blumen Die über 800 Höhenmeter stufenförmig ansteigende Mattwaldalpa ist im untersten Teil noch teilweise bewaldet und weist etwas höher feuchte Hochmoor-Partien mit einer typischen Hochmoor-Flora auf. Ab etwa 2800 m wird die Vegetation sehr karg. Umso auffälliger erscheinen dann - vor allem im Bergfrühling (Juni-Juli) - die wunderschönen Farbtupfer in der steinigen, rauen Gebirgslandschaft. Wenn das intensive Blau des Frühlingsenzian oder des Himmelsherold einem entgegenlacht, bleibt nichts anderes übrig als zu staunen und zurückzulachen …
Tiere Wer Glück hat, kann besonders im Gebiet Rotgufer - Jänziboden Gruppen von mächtigen Steinböcken begegnen. Gämsen sind ebenfalls unterwegs und man staunt, mit welcher Ruhe sie den Gamsagletscher vom Böshorn kommend in Richtung Rothorngrat überqueren. Manchmal entdeckt man Schneehühner und Bartgeier, - ausnahmsweise war sogar eine Wolfsspur zu entdecken, - und das direkt vor der Hüttentüre.
Die Bergdohlen sind aufmerksam. Gibt es Gäste auf der Hütte, informieren sie ihre engsten Artgenossen, und im Nu sammelt sich ein kleiner Trupp, um zu schauen, ob nicht irgendwelche Speiseresten ihren Menüplan bereichern könnten.
Und nun zu guter Letzt, unser Hausbewohner, die Schneemaus; auch sie gibt es und bereitet uns ab und zu etwas Sorgen! Sie gehört zu der Unterfamilie der Wühlmäuse (Arvicolinae). Diese relativ große und langschwänzige Wühlmaus bewohnt die Gebirge im südlichen Europa und in Vorderasien bis in 4700 m Höhe und kommt auch in den Alpen vor. Sie besiedelt überwiegend alpine Matten und Halden aus grobem Geröll oberhalb der Baumgrenze. (https://de.wikipedia.org/wiki/Schneemaus)